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Diese Beauty-Booster kommen geradewegs aus dem Meer

Diese Beauty-Booster kommen geradewegs aus dem Meer

„Unter dem Meer …“ Den Titelsong aus Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“ können wir sicher noch alle in Sebastian-Manier fröhlich mitträllern. Doch statt auf die Suche nach König Triton und seiner rothaarigen Tochter machen wir uns im „Under the sea“-Monat auf die Suche nach Inhaltsstoffen, die aus dem Meer kommen und in unserer Kosmetik landen. Und dabei haben wir ganz schön viel Fläche zum Absuchen, immerhin sind rund zwei Drittel der Erde von Wasser bedeckt. Achtung, Kopfsprung und rein in die Beauty-Schatzkammer Ozean!

Algen

Da sie naturrein sind, vertragen ihre Wirkstoffe sogar Allergiker. Zu denen gehören Mineralstoffe, Vitamine, Spurenelemente, Zink und Aminosäuren, die die Haut gemeinschaftlich erfrischen, durchfeuchten, den Stoffwechsel ankurbeln und die Zellerneuerung vorantreiben. Erstaunlich dabei: Da die Algen keine Wurzeln haben, nehmen sie Mineralstoffe und Spurenelemente über ihre gesamte Oberfläche per Osmose auf und können sie schnell dahin bringen, wo sie gebraucht werden. Reißt man Algen übrigens nicht einfach aus dem Meeresboden, sondern schneidet nur deren oberes Drittel ab, können sie binnen weniger Wochen komplett nachwachsen.

Besonders spannend an Algen: Da sie bereits Milliarden von Jahren überlebt haben, gingen Forscher ihrem jugendlichen Geheimnis auf den Grund und fanden heraus, dass es ein Zucker ist, der ihre Zellwände stärkt und vor äußeren Einflüssen schützt. Dieses Überlebensprotein macht sich die Beauty-Industrie zunutze und packt Algen in Kosmetik, um unsere Haut auch entsprechend vor schädlichen Einflüssen aus unserer Umwelt zu bewahren und gegen innere Angriffe – wie etwa durch Stresshormone – zu wappnen. Rotalgen, so fanden Forscher heraus, können übrigens selbst in Hunderten Metern Meerestiefe noch überleben: dem roten Farbstoff Phycoerythrin sei Dank. Der soll den Energiehaushalt ankurbeln, Reparaturmechanismen in Schwung bringen und die Zellerneuerung auf Trab halten. Spezielle Schleimstoffe in diesen Algen können außerdem beruhigend wirken – ideal also für die Hautpflege und empfindliche Teints.

Korallen

Pulverisiert sollen sie dank Kalzium und Spurenelementen die Haut stärken und schützen. Make-up soll es länger haltbar machen.

Meersalz

Wusstest du, dass es von seiner mineralischen Zusammensetzung her mit Kalium, Magnesium und mehr als 80 weiteren Stoffen unserem Blut ähnelt? Deswegen ist es auch so gesund. Wegen dieses Aufbaus und seiner körnigen Textur wird es daher gern in Peelings verwendet, da es Unreinheiten wie auch Verhornungen abträgt und gleichzeitig pflegt, also reinigt, peelt, durchfeuchtet und beruhigt. Wegen des hohen Salzgehaltes im Toten Meer – rund 28 Prozent im Vergleich zu 3,5 Prozent in der Nordsee – beziehen die meisten Beauty-Firmen ihr Meersalz aus diesem Binnengewässer.

Seegras

Es riecht neutral und ist prima haltbar. Zudem ist Seegras reich an Omega-Fettsäuren, Mineralien und den Vitaminen A und E. Ein Feuchtigkeitsspender schlechthin, der in bestimmten Wirkstoffkombinationen zum Radikalfänger wird.

Krabbenschalen

Sie enthalten Chitin, einen Zuckerstoff. Der soll dafür bekannt sein, Feuchtigkeit zu binden und vor Bakterien zu schützen. Eine gute Kombination, besonders in Cremes, die den Feuchtigkeitsgehalt der Haut ausbalancieren und zugleich vor schädlichen Einflüssen bewahren.

Meerseide

Schon mal von Meerseide gehört? Sie wird aus den Eiweißfäden gewonnen, die Miesmuscheln produzieren, um sich so an Steine oder Holzbohlen zu heften. Kennst du vielleicht aus dem Hafen, wenn du einen Blick ins klare Wasser wirfst und an den Stegpfeilern Horden von Muscheln entdeckst. Dieser „Klebstoff“ wird u. a. in Haarpflegemitteln verwendet, da er der Frisur einen super Halt verleiht.

Quallen

Aus einer bestimmten Quallenart hat ein Forscher eine Kollagenart gewonnen, das sog. Quollagen. Auf der Haut soll es einen Feuchtigkeitsfilm bilden, was sie schön durchfeuchtet und auch zeitgleich schützt.

Perlmutt

Das ist mal ein ziemlich cleveres Schutzprodukt, das die Muschel herstellt. Tausend dieser glänzenden, starken Kalziumkarbonat-Schichten produziert das kleine Meerestierchen. Dessen Oberfläche reflektiert dabei ganz formidabel das Licht und mogelt damit Unebenheiten weg, folglich wird es gern in Kosmetika eingesetzt, um Schimmer und Makellosigkeit zu erzeugen, was Haut und Haar schön gesund wirken lässt. Obendrein kräftigt die Substanz das Bindegewebe.

Plankton

Ganze Schwärme davon vernaschen Wale auf ihren Streif- und Beutezügen durch die Meere dieser Welt. Plankton gilt als ausgezeichneter Feuchtigkeitslieferant, der gleichzeitig den Abbau von Kollagen verlangsamt und damit Fältchen entgegenwirken soll. Seine Extrakte werden in der gesamten Bandbreite an Pflegeprodukten verwendet.

Meerwasser

Hättest du gedacht, dass Meerwasser von seiner mineralischen Zusammensetzung her unserer Zellflüssigkeit ähnlich ist? Ist es tatsächlich. Die darin gelösten Mineralien stärken die Hautbarriere, ihnen wird auch eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt.

Schlick

Der feinkörnige Ton vom Meeresboden wurde von klugen Köpfen so modifiziert, dass man ihn schmutzfrei auftragen und wirken lassen kann. Was ihn so effektiv macht? Salze, Mineralstoffe, Aminosäuren und Vitamine, die für ein geklärtes Hautbild und geschmeidigere Haut sorgen. Zudem wirkt das Sediment, dessen Wirkstoffe für Kosmetika extrahiert werden, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend und beruhigend – ideal bei Juckreiz.

Wenn du das nächste Mal am Meer bist, dann geh doch mal auf Tauchstation und schau, welche Schätze es unter Wasser gibt. Apropos Schätze: Die findest du auch in deiner GLOSSYBOX!



Marlen Gruner

Marlen Gruner

Autor und Experte

Als Redakteurin und Beautynista bin ich gemeinsam mit dem Team immer auf der Suche nach spannenden Beauty-News, um sie dir – genauso wie innovative Produkte, Marken und Hintergrund-Storys – hier auf dem Blog vorzustellen.